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Am Samstag, den 29. August 2026, lädt der Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern in Schwerin zu der Performance Fish Stories von Nadja Abt auf die Petermännchen-Fähre im Pfaffenteich ein. Seemannsgarn (im Englischen Fish Stories) ist eine Metapher für Geschichten tatsächlicher und erfundener Erlebnisse in der Seefahrt. Abt nimmt diese Erzählform zum Ausgangspunkt und spinnt sie als Seefrauengarn weiter. Sie setzt sich mit der Kulturgeschichte der Seefahrt auseinander und untersucht insbesondere die Geschichte von Frauen auf See – und damit auch eine Geschichte, in der Frauen in den Erzählungen der Seefahrt häufig an Land bleiben: als diejenigen, die am Ufer warten, während die See als männlicher Handlungsraum erscheint. Fish Stories führt diese Geschichte auf den Pfaffenteich und zur Petermännchen-Fähre nach Schwerin, befahnt mit einem Flaggenalphabet von Malereien der Künstlerin. Das über hundert Jahre alte Fährschiff wurde 1924 gebaut und zu Beginn der DDR aus dem Spreewald nach Schwerin gebracht. Von den 1960er bis in die 1980er Jahre waren mit Irmtraut Fritz und Waltraud Meyer zwei Fährfrauen am Steuer. Mit so viel Geschichte(n) auf ihrem Stahlrücken wird die Fähre selbst zu einer Erzählerin. In Form eines Interviews befragt Abt die Fähre nach ihrer Biografie und ihren Passagier:innen. Aus überlieferten Geschichten, eingeschriebenen Erinnerungen und spekulativen Fiktionen webt sich so ein Seefrauengarn, das die Geschichte der Fähre mit den Geschichten ihrer Passagier:innen verbindet.
Die Performance findet in deutscher Sprache statt. Der Eintritt ist kostenlos.
Petermännchen-Fähre
Anlegestelle E-Werk
Kuratorin
Luisa Kleemann
Assistenzkuratorin
Lisa Dohmstreich
Die Programmreihe „Ich / Du / Er, Sie, Es / Wir / Ihr / Sie sind die Institution!“ wurde konzipiert von Hendrike Nagel.
Biografie
Nadja Abt (geb. Vladimirovich) ist eine in Wien lebende Künstlerin, Autorin und Redakteurin. Ihre Praxis verbindet Schreiben und bildende Kunst mit Referenzen aus Film, Tanz und Literatur. Zudem sind ihre Gemälde, Collagen und Performances oft von der Natur und dem Leben an Meeresküsten und Abts ausgedehnten Reisen in die Amerikas inspiriert, insbesondere Brasilien, wo Abt von 2015 bis 2018 lebte. Ihre Texte wurden unter anderem in artforum, frieze und Texte zur Kunst veröffentlicht. Seit 2024 lehrt Abt als Senior Artist im Fachbereich Malerei an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Zu den jüngsten Ausstellungen und Performances zählen: ifa Galerie, Berlin (2026); carlier|gebauer, Berlin (2025); Kunst Raum Mitte, Berlin (2025); Haverkampf Leistenschneider Gallery, Berlin (2025); Coalmine Winterthur (Einzelausstellung, 2024); Kunstverein Dortmund (Einzelausstellung, 2023); Hamburger Bahnhof, Berlin (2023); n.b.k., Berlin (2023); Freeport, Porto (Einzelausstellung, 2021); Galeria Diferença, Lissabon (Einzelausstellung, 2021); Galerie Kirchgasse, Steckborn (2021); HUA International, Peking (2021); Bärenzwinger, Berlin (2021); KW – Institut für zeitgenössische Kunst, Berlin (2021); Haus der Kulturen der Welt, Berlin (2019); Casa Triângulo, São Paulo (2018) und Pivô, São Paulo (2017).
Förderer
Das Vermittlungs- und Rahmenprogramm des Kunstvereins wird gefördert durch:
